architecture & urbanism


Jacques Dewitte
CAMILLO SITTE UND DIE IDEE DES PLATZES
Seit einigen Jahren beschäftige ich mich als Philosoph mit Fragen des Städtebaus und dadurch mit Gegenständen, die philosophisch kaum oder gar nicht behandelt wurden. In diesem Zusammenhang habe ich Camillo Sittes Buch "Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen" (1898) entdeckt, das mich sofort gefesselt und meinen eigenen Überlegungen Nahrung gegeben hat. Dieses Buch ist mehr als eine bloße Vermittlung von Informationen: es enthält einen "Sinnesüberschuß" — genauso wie etwa ein Gebäude seine bloß funktionelle Bedeutung immer überschreitet...


Jaap Dawson
CONTAINMENT
Without thinking long or hard, choose three buildings, or towns, or spaces you feel thoroughly at home in.  Choose places you’ve been to, places you’ve felt with your body and with your soul.  Choose places that make you feel glad you’re alive.  Choose places that make you want to be an architect so that you can build similar spaces yourself...


hermes
WHAT IS AN ELEPHANT?
You’re a prospective architecture student, but what do you encounter in most of the current curricula?  A presentation of how the architecture trade is organized in your own country in your own time.  (Was it always like this?  How was it years ago?  How might it change in the future?)  A design philosophy which verges on a dogmatic theology.  (Do you dare to be a heretic?  Who determines this design philosophy anyway?  Does it quicken you?)  A very limited introduction to the forces which run through buildings.  (How high should you make this beam?  If you make it higher, won’t it change your elevation?  Can’t you just leave this to the construction engineer?)  A smattering of architectural history.  (So that’s the way people built in the past, but you’re concerned with the future.  What in the world can you learn from the past?)  ...


Rob Krier
NICHT LÄNGER AUF ARCHITEKTUR VERZICHTEN
Dieser Text von Rob Krier erschien 1975 als Nachwort zur ersten Auflage von "Stadtraum in Theorie und Praxis an Beispielen der Innenstadt Stuttgarts", und ist ebenfalls in der zweisprachigen Neuauflage von 2005 zu finden. Nach mehr als dreissig Jahren hat er (vielleicht unglücklicherweise) nichts von seiner Aktualität eingebüsst.

Rob Krier
LET'S PUT ARCHITECTURE BACK IN IT'S PROPER PLACE
This text by Rob Krier was first printed in 1975 as a postface to 'Urban Space'. It is also present in the 2005 bilingual re-issue. More than thirty years later, this text is (sadly, probably) still up-to-date.


Theodor Henzler
DAS ÖKO-SOZIALE SIEDLUNGSMODELL
In allen Menschen unserer Zeit wirkt das Leitbild, dass das freistehende Einfamilienhaus die ideale Wohnform wäre. Diese Vorstellung entspringt dem Unbewussten, denn rational spricht allzu vieles gegen diesen Haustyp. Das Bild leitet sich ab vom Schlösschen in einem Park. Nun stellt diese Vorstellung zweifellos eine schöne Vision dar, welche auch regelmäßig in emotionalen Filmen in aller Breite verwendet wird. Symbolisch entspricht das Bild dem Lebensstil des absolutistischen Schlossherrn oder patriarchalen Fabrikbesitzers. Das würden wir mit einem Teil unseres Gefühls allzugerne sein und wir verdrängen damit auch das Bild, dass damit die Distanzierung zum Nachbarn verbunden ist. Ein anderer Teil unseres Gefühls, das sich auf Solidarität, Mitmenschlichkeit und Kommunikation stützt, geht dabei weitgehend verloren...


Jaap Dawson
FAITH AND BELIEF IN ARCHITECTURE
In 1926, after studying architecture in Delft for three years, Hans van der Laan left without completing his degree.  A year later he had become a monk.  Did he conclude he was more at home in a world of faith and belief than in a world devoted to scientific enquiry?  No.  Whatever his personal reasons were for exchanging a technical institute for a monastery, Van der Laan detected in Delft an attitude toward architecture which belonged more to belief than to scientific discovery.  What he sought in architecture were intrinsic laws, derived from human perception.  What he found in Delft were apologies for styles, grounded in associations and belief. (1)  Van der Laan’s life illustrates a cultural phenomenon which has received attention only in recent years:  the role which faith and belief play in institutes that train professional architects.


Andres Duany
DIE CELEBRATION-KONTROVERSE
Celebration ist möglicherweise die bekannteste, sicher jedoch die umstrittenste Ansiedlung der zweiten Generation des Neuen Urbanismus. Zusammen mit Harbor Town, Kentlands, Haile Plantation, Southern Village, Newpoint und Laguna West, entstand Celebration ungefähr 8 Jahre nach Seaside. Allen gemeinsam ist, daß sie sowohl Korrekturen für die Probleme und Defizite von Seaside anbieten, als auch dessen Verheißung erneuern...


Nili Portugali
A HOLISTIC APPROACH TO ARCHITECTURE (englisch)
When religion and nationalism are cynically used by fundamentalists and by extreme mist right and left groups to cause cultural conflicts, and when architects are prompted by aggressive political motives, there is a real existential threat to the physical and human environment we live in. There is no doubt, that the great art (and architecture) creations throughout history evolved in societies that drew their strength from their cultural and spiritual traditions and from the places they belonged to...


Charles Siegel
EINE ARCHITEKTUR FÜR UNSERE ZEIT
Postmodernistische Architekten beglückwünschen sich selbst dazu, wie außergewöhnlich und avantgardistisch ihre Gebäude sind. Tatsächlich aber reagieren sie nicht so auf die Bedürfnisse unserer Zeit wie die frühen Modernisten auf die Anforderungen des letzten Jahrhunderts eingegangen sind...


Nikos A. Salingaros
ARCHITEKTUR DES 20. JAHRHUNDERTS ALS KULT
Wie schafft es die Architektenschaft so erfolgreich, jegliche Reformversuche abzuwehren? Ich glaube, die Antwort findet sich in einem Phänomen des Systems. Architektur ist ein Kult - und das Letzte, was ein Kult will, ist, in eine echte Wissenschaft transformiert zu werden. Der Grund hierfür ist der, daß diese beiden Systeme sehr unterschiedliche innere Strukturen aufweisen, welche wiederum die Grundlage der jeweiligen Kontrollstrukturen ergeben. Es gibt keinen weichen Übergang von einem Kult zu einer Disziplin, die auf logischen Grundsätzen aufbaut...


Michael Mehaffy
ANMERKUNGEN ZU EINER AKTUALISIERTEN
KRITISCHEN THEORIE DES MODERNISMUS

Unter den praktizierenden traditionellen Architekten herrscht heutzutage Uneinigkeit und Unsicherheit darüber, wie man dem Modernismus in Architektur und Städtebau begegnen sollte. Meine Kollegen und ich haben ausführlich über die neuen wissenschaftlichen Beweise für die Überlegenheit der Muster und Prozesse traditioneller Methoden geschrieben. Aber die Frage der historischen Bedeutung des Modernismus, seines Nachlasses, seiner Schwächen im Angesicht neuer wissenschaftlicher Beweise und der angemessenen kritischen Analyse für unsere Zwecke ist noch nicht völlig beantwortet. Dadurch sind die Möglichkeiten für traditionelle Architekten begrenzt, auf wiederholte Kritik der Modernisten angemessen zu antworten...


Lucien Steil
STÄDTE UND ARCHITEKTEN
Die traditionelle Stadt ist die vollendete und beliebte Materialisation von Anstand und Geselligkeit. Sie ist die perfekte Synthese aus Territorium, Kultur und menschlichen Gemeinschaften. Sie ist stabile und stimulierende Heimat für Individuen und Familien, für Einheimische und Fremde, Einwohner und Gäste, für Industrie, Handel, Handwerk, Kunst; für Kommunikation und Interaktion, für sozialen, kulturellen, intellektuellen und kommerziellen Austausch und Erfindungsgeist...


Hillel Schocken
ANONYME INTIMITÄT
Das Ziel dieses Textes ist es, „Anonyme Intimität“ vorzustellen, eine theoretische Basis für die Kritik der modernen Stadt wie die von Jane Jacobs. Die theoretische Analyse kann ein praktisches Werkzeug werden, das es jeder Generation und Kultur ermöglicht, ihre eigenen Städte zu schaffen ohne zu Modellen aus vergangenen Zeiten zurückkehren zu müssen...


Robert Adam
HEIMLICHER MODERNISMUS
IN DER WELT DER REVISION

Willkommen in der Welt der Revision. In dieser Welt muß jedes Urteil, egal wen es betrifft, durch Expertenurteil legitimiert werden: die Revision. Dies ist eine Welt, in der Fairness, Gleichheit und Diskriminierung von Experten definiert werden, manchmal von einzelnen, meist jedoch - zur größeren Sicherheit - von Gruppen. Nichts ist heilig. Qualität, Schönheit und Großartigkeit müssen durch Messung und Beobachtung nachgewiesen werden. In der Welt der Revision kann sich niemand erlauben, ein Urteil auf der Basis von Geschmack, Vorlieben oder Ideologie abzugeben.
Oder etwa doch? ...


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